Kuba - Zigarren - Cohiba - Eine Zigarre erobert die Welt und lässt niemanden kalt

Beim Zigarrenrauchen scheiden sich die Geister, und so sagt ein brasilianische Sprichwort: Alle Zigarren enden in Rauch. Für die Anti-Raucher-Lobby natürlich ein perfektes Argument, um ihren Standpunkt zu vertreten. Für den Zigarrenraucher oder die Zigarrenraucherin bedeutet dieses Sprichwort über den geheimnisvollen blauen Rauch jedoch, Genuss, sowie ein unbeschreibliches Lebens- und Glücksgefühl.

Ob Sie nun Befürworter oder Gegener des Rauchens sind, so lässt die Zigarre niemanden kalt. Viele Diskussionen wurden im Laufe der Zeit, wegen der Zigarre ausgelöst und haben immer wieder zu Protestaktionen geführt. Die überzeugten Aficioñados bleiben ihrer Passion jedoch treu und geniessen gerne eine Zigarre zwischendurch.

Wenn man über die Entdeckung und Verbreitung von Tabak und Zigarren spricht, dann stösst man unweigerlich auf Christoph Columbus. Er war es, der den Tabak nach der Endteckung Kubas nach Europa brachte und in unserer Welt bekannt gemacht hat. Als der berühmte Seefahrer und Entdecker 1492 auf Kuba landete und sah, wie die Bewohner Kubas "Rauch tranken" kam zum ersten Mal ein Mensch aus der westlichen Welt mit Tabak in Kontakt. Die Eingeborenen bezeichneten diese gedrehten Tabakstangen als "Cohiba". Diese Tabakwickel waren denn auch die Namensgeber der heutzutage wahrscheinlich zu den bekanntesten Zigarrenmarken der Welt gehörenden Cohiba. Vor allem die Cohiba Esplendidos und auch die Cohiba Lanceros geniessen im Sortiment von Cohiba eine besondere Wertschätzung. Daneben gehören aber viele weitere kubanische Zigarrenmarken in das Sortiment eines gut geführten Zigarrengeschäftes, seien es die bekannte Montecristo, eine Cohiba oder Zigarren von Romeo y Julieta... Wie Sie unweigerlich erkennen können, hat Kuba einiges mehr zu bieten als nur Strand, Salsa, Oldtimer, Rum und Mojitos.

Neben der grossen Vielfalt aus der Zigarrenwelt Kubas haben sich aber weitere Länder einen festen Platz im Zigarrenolymp gesichert und so geniessen Zigarren aus Nicaragua, Honduras oder der Dominikanischen Republik ein immer grösseres Ansehen. Sicher haben Sie die Namen wie Davidoff, Flor de Selva, Alec Bradley, Rocky Patel oder Balmoral schon gehört.

Es sind die letzten Jahre, in denen das Geniessen einer vollmundigen Zigarre wieder zugenommen hat. Hierzu beigetragen haben sicherlich auch die Vielzahl bekannten Persönlichkeiten die den Genuss einer Zigarre öffentlich zelebrieren. Es sind dies illustre Persönlichkeiten wie zum Beispiel der Musiker Franz List, Politiker wie John F. Kennedy und Sir Winston Churchill oder Franz Beckenbauer oder auch der bekannte Schauspieler und Ex-Governeur Arnold Schwarzenegger welche begeisterte Zigarrenraucher waren und sind. Wenn Sie jetzt denken, dass das Zigarrenrauchen ausschliesslich ein Genuss für die Männerwelt ist, dann liegen Sie falsch. Berühmte Frauen, wie zum Beispiel Katharina die Grosse, Marlene Dietrich oder auch Sharon Stone gehörten und gehören zu den Geniesserinnen von Zigarren.

Tabakherstellung

Hecho a Nano - Handgemacht; das steht oft auf den Zigarrenschachteln von hochwertigen Zigarren eingraviert oder aufgeklebt. Bis es jedoch soweit ist, gehen der Zigarrenherstellung viele Schritte voraus, denn wie bei einem guten Wein sind auch Zigarren Erzeugnisse menschlicher Arbeit, welche Erfahrung, Passion und Liebe brauchen.

Ganz am Anfang dieses Prozesses steht dabei die Tabakanpflanzung. Aus einer Vielzahl von verschiedenen Tabaksorten, wie zum Beispiel Piloto Cubana, Olor Dominicana, Corojo 2006, Criollo 98, Olor Carbonell, Havanna Vuelta Arriba, Copaneco, Connecticut, Sumatra oder Brasil wählte der Tabakbauer die gewünschte Sorte aus. Die Wahl ist abhängig, wie der Geschmack der Zigarre sein soll, oder aber auch das Deckblatt. Auf Kuba sind dabei zum Beispiel die am häufigsten angepflanzten Samen die Corojo und Criollo. Das Blatt der Corojo-Pflanze ist dabei nicht nur eines der schönsten und teuersten Tabakblätter auf Kuba, es dient später auch als Deckblatt der Zigarre. Die Blätter der Criollo-Pflanze werden für die tripa (Einlage) das Umblatt (capote) verwendet.

Die Aussaat der Tabaksamen ist im September. Nach einem Monat ist daraus eine Pflanze von 20 cm Höhe gewachsen, welche nun in Handarbeit auf den Feldern der Vegueros (Tabakbauern) eingepflanzt werden. Zuerst werden die Pflanzen für das Deckblatt eingesetzt, denn diese brauchen bis zur Reife ca. 3 Monate. Anschliessend werden die Pflanzen für die Einlage gesetzt, da diese bis zur Reife weniger Zeit brauchen.

In den nächsten zwei Monaten Wachstumzeit bilden sich an den Planzenspitzen und auch an den Seitentrieben Blüten aus. Für den weiteren Wachstumsverlauf ist es wichtig, dieses nicht zu verlangsamen, weshalb die Vegueros die Blüten umgehend entfernen und so gewährleisten, dass die gesamten Nährstoffe in die Blätter gelangen können. Am Schluss der Wachstumszeit erreicht die ausgewachsene Pflanze eine Höhe von ca. 1.80 m.

Schon bald können die ersten Blätter geerntet werden. Begonnen wird dabei sorgfältig und von Hand mit den grössten Blättern und im Verlauf der Erntezeit werden auch die kleineren Blätter geernet. Die Blätter werden einzeln gepflückt, zu Ballen gerollt und anschliessend in den Casas del Tabacco (Trocknungsschuppen) an Fäden paarweise getrocknet.

Kurz darauf beginnt die 1. Fermentation und kann bis zu 2 Monaten dauern. Hierzu werden die Blätter in gavillas (Garben) gebündelt und aufgehängt. Durch regelmässiges umhängen wird darauf geachtet werden, daß die Temperatur nicht über 40 Grad Celsius steigt. In dieser Phase erhalten die Blätter eine gleichmäßige Färbung. Zusätzlich werden in dieser Phase Nikotin, Teer und Säuren abgebaut und die wundervollen Aroma- und Duftstoffe gebildet.

Nach Abschluss dieser Phase beginnt die 2. Fermentation. Hierzu werden die Blätter befeuchtet, damit der Tabak weiter arbeiten kann. In dieser Phase werden die Tabakblätter normalerweise selektioniert, damit die anschliessende Dritte Fermentation eingeleitet werden kann. In der zweiten Fermentation werden weitere Stoffe abgebaut und Aromatiken entwickelt. Je länger diese 2. Phase dauert, desto dunkler wird die Farbe der Tabakblätter.

Die 3. Fermentation dauert bei edlen Premiumzigarren mindestens ein Jahr und kann bei Deckblättern noch weit darüber hinaus gehen und kann mehrere Jahren in Anspruch nehmen. Hierzu werden die Tabakblätter in Holzfässer gelegt, sorgfältig gepflegt und regelmässig überwacht. Sobald das gewünschte Aroma erreicht ist, kommt die Stunde des Mischens. Dieses Blending kann wie bei einem Whisky angesehen werden. Es werden hierzu Blätter verschiedener Jahrgänge, Regionen und Sorten miteinander vermischt, um der entsprechenden Zigarre sein unvergessliches Aroma zu geben. Erst jetzt kann mit der eigentlichen Zigrrenherstellung begonnen werden.

Anbaugebiete und Plantagen Kubas

Die besten Tabakpflanzen Kubas kommen aus der Provinz Pinar del Rio, im Gebiet von Vuelto Abajo. Sicherlich haben Sie die Namen Alejandro Robaina oder auch Hector Luis Prieto schon gehört, welche die weltweit bekanntesten Tabakbauern dieser Region waren. Sie hatten in der Gegend von San Juan und Martinez ihre Vegas (Tabakplantagen).

Vega Alejandro Robaina

Wenn man eine Koriphäe unter den Tabakbauern sucht, ist dies unumstritten Alejandro Robaina. Er prägte unter anderem die besonders aromatische Art der Cohiba. Der legendäre Don Alejandro Robaina ist auch der einzige Kubaner, der Namensgeber für eine kubanische Zigarrenmarke sein durfte, die aromatische und bekannte Vegas Robaina.

Geboren wurde Don Alejandro Robaina 1919 in Alquizar (Kuba) und verstarb am 2010 im Alter von 91 Jahren gestorben. Bereits im Alter von 12 Jahren half Alejandro mit auf der elterlichen Plantage. Später übernahm er die Vega und führte diese in der dritten Generation. Er war es auch, der seinen engen Freund Fidel Castro nach der Revolution überzeugte, dass die Tabaksplantagen nicht verstaatlicht werden dürfen, sondern weiterhin im Familienhänden verbleiben sollen. Auf Grund seiner besonderen Verdienste für den kubanischen Tabak wurde ihm zu Ehren 1997 die Marke Vegas Robaina eingeführt.

Noch im hohen Alters entwickelte Alejando Robaina neue Tabakmischungen und Zigarren. Alejandro Robaina lebte immer auf seiner kleinen bescheidenen Finca im Zentrum seiner Plantagen und reiste oft als Botschafter für kubanische Zigarren um die Welt. Seit Anfang 2004 leitet Robainas Enkel Hiroshi den Tabakanbau auf der Vega von Alejandro Robaina.

Vega Hector Prieto

Eine der wichtigsten Figuren in der kubanischen Zigarrenwelt ist heutzutage Hector Luis Prieto im Tabaksanbaugebiet San Juan y Martinez. Seine Finca de Bolado liegt wunderschön gelegen an einem kleinen Fluss, umgeben von den Anbauflächen seiner Tabakspflanzen und kleinen Obstplantagen.

Wenn Sie gerne selber einmal die Vega Hector Prieto besichtigen möchten, dann ist dies möglich. Auf der Vega Hector Prieto haben Sie die Möglichkeit alles über den Tabakanbau zu lernen und wenn gewünscht auch zu übernachten. Aus den Blättern seiner Vega mit den edlen Tabakpflanzen werden allerfeinste Cohibas, Montecristos und Romeos y Julietas gerollt. 2008 wurde Hector Prieto zum "Habana-Mann des Jahres" gekürt und wurde als jüngster kubanischer Preisträger aller Zeiten für seinen Tabakanbau und die besondere Qualität seiner Produkte geehrt.

Gerne sagt Hector Prieto "Man muss schon mit dem Tabak verheiratet sein um die Pflanze richtig zu verstehen und ihr beim gedeihen die richtige Zuneigung zu geben". Hector freut sich immer über Besucher aus der ganzen Welt und zeigt, wie auf seiner Vega was alles hinter einer einer Zigarre steckt."